Informationen Oktober 2016



Liebe Finsterwalderinnen und Finsterwalder,

am 28. September haben die Abgeordneten den Weg frei gemacht für eine Befragung der Bürger zum Projekt „Stadthalle für Finsterwalde“. Am 13. November sind Sie aufgerufen, Ihre Stimme abzugeben. Ich möchte Sie ermuntern, Ihr Mitbestimmungsrecht wahrzunehmen und zur Wahlurne zu gehen, ganz gleich, wie Sie zu dem Projekt stehen. Ich jedenfalls möchte Sie gern überzeugen von der Notwendigkeit eine Kunst-, Kultur- und Veranstaltungshalle für unsere Sängerstadt. Gegenwärtig findet auf vielen Ebenen ein Meinungsbildungsprozess statt. Viele Bürgerinnen und Bürger, viele Funktionsträger, Unternehmer, aber auch Bewohner aus dem Umland positionieren sich sehr deutlich für die Stadthalle. Viel zu oft müssen die Finsterwalder für den Genuss von Musik und Kultur in das Umland reisen. Unternehmer beklagen zunehmend einen fehlenden Ort für Seminare, Konferenzen und Mitarbeiterveranstaltungen. Unserer Musikschule fehlt es an geeigneten und angemessenen Orten für ihre hochkarätigen Konzerte. Kinder aus Kitas und Schulen musizieren viel zu oft nur für sich allein. All diese Argumente sind schon oft genug benannt und ausgetauscht worden. Ergänzen und hervorheben möchte ich, wenn auch wiederholt, den Aspekt des Kulturerbes. Dem Aufschwung der Industrie, vor allem der

Tuchindustrie, ist es zu verdanken, dass Finsterwalde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts eine beachtliche gesellschaftliche und städtebauliche Entwicklung erlebte. Impuls dafür waren die Visionen der Industriellen. Die Alte Schaefersche Tuchfabrik ist eines der wenigen Industriedenkmäler, das uns die Möglichkeit bietet, an die Tuchindustrie zu erinnern. Wie könnte man es besser machen, als mit einem Kulturobjekt, wo viele Einheimische, aber auch Gäste ein- und ausgehen.
Auf großes Interesse der Finsterwalder Unternehmerschaft stieß das sechste Unternehmertreffen, in dessen Rahmen Architekt Jürgen Habermann das Projekt Stadthalle sehr detailliert vorstellte. Viele Fragen konnten sofort beantwortet werden. Ich freue mich besonders, dass die Sparkasse Elbe-Elster eine regelmäßige Nutzung angekündigt hat.
Am 29. Oktober lade ich Sie und die Öffentlichkeit herzlich zu einer weiteren Informationsveranstaltung auf dem Gelände der Alten Schaeferschen Tuchfabrik ein. Besuchen Sie auch den Infopunkt-Laden des Fördervereins für die Finsterwalder Stadthalle am Markt 24. Nutzen Sie die sich bietenden Informationsmöglichkeiten, die Ihnen in den nächsten Wochen geboten werden. Lassen Sie sich von Fakten und Tatsachen überzeugen und hinterfragen Sie gern geäußerte Pauschalkritik. Tauschen Sie Argumente aus, bilden Sie sich eine Meinung und gehen Sie am 13. November zur Wahlurne.

In der Stadtverordnetensitzung am 28. September haben wir unserem langjährigen Mitglied Hans-Peter Jaskulla gedacht. Der Vorsitzende Andreas Holfeld rief die Abgeordneten zum Beginn der Stadtverordnetensitzung zu einer Schweigeminute auf. Seit 2008 war Hans-Peter Jaskulla Stadtverordneter und Mitglied in verschiedenen Ausschüssen, zuletzt im Rechnungsprüfungsausschuss und im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Bauen. Ich persönlich habe Herrn Jaskulla stets als einen engagierten und respektierten Abgeordneten erlebt. Ich erinnere mich mit Hochachtung an ihn. Meine Anteilnahme gilt seiner Familie, besonders seinem Sohn Matthias, der ihn vor etwas mehr als einem Jahr nochmal zum Großvater machte. Die Kinder- und Geburtenstation, das war es, wofür Dr. Jaskulla gelebt hat. Neuem Leben auf die Welt zu verhelfen. Wie bitter muss es da für ihn, und nicht nur für ihn, gewesen sein, als der SPD-Landrat Richter im Jahr 2007 die Geburtenstation schließen wollte, weil angeblich zu wenige Geburten hier in Finsterwalde sein sollten.
Im Hintergrund liefen jedoch bereits Verhandlungen, das Elbe-Elster-Klinikum mit dem Niederlausitz-Klinikum zusammenzuschließen. Folge war, dass dann die Geburtenstation in Lauchhammer ausgebaut wurde und heut so manches Kind auf dem Weg dahin zur Welt kommt.
Meine Frau war seinerzeit hier in Finsterwalde zur Entbindung unseres dritten Kindes. Die Geburtenstation war völlig überbelegt, es gab kein freies Bett. Ich wollte die Schließung der Geburtenstation damals so nicht hinnehmen und habe letztendlich Landrat Richter (SPD) über 10.000 Unterschriften gegen die Schließung im Kreistag Herzberg übergeben. Diese Willensbekundung der Bürger wurde einfach ignoriert. Dies war im Übrigen auch mein persönlicher Einstieg in die Politik, denn ich habe in dieser Zeit des gemeinsamen Kämpfens für den Erhalt der Gynäkologie verlässliche Menschen wie Rainer Genilke, Thomas Freudenberg und viele andere kennen- und schätzen gelernt. Der gleiche SPD-Landrat Richter hat dann im Jahr 2008 das Haus der Freundschaft, das Gutenberghaus, das ehemalige Kinderheim gegenüber dem Pflegeheim Nord, die Förderschule in Doberlug am Schloss und weitere Grundstücke in Herzberg verscherbelt. Wie erbarmungswürdig unser altehrwürdiges Haus der Freundschaft heute aussieht, davon kann sich jeder selbst ein Bild machen. Versuche, das Haus der Freundschaft 2011 durch die Stadt zu erwerben, scheiterten an den Forderungen des sogenannten Investors. Der Zustand war seinerzeit eigentlich auch schon irreparabel. Die Lausitzer Rundschau berichtete mehrfach.
Fast genau vor zwei Jahren gab es eine Strategiesitzung des SPD-Ortsvereins Finsterwalde mit Kreisparteichef Stefan Wagenmann aus Falkenberg, Barbara Hackenschmidt aus Betten, dem Altdöberner Amtsdirektor Detlef Höhl, der in Schacksdorf wohnt und einer Handvoll Ortsmitglieder zum Bürgerbegehren „Nein zur Stadthalle Finsterwalde“. Hier sollten wieder einmal auswärtige SPD-Strategen festlegen, was gut oder schlecht für Finsterwalde ist. Seit Mitte 2014 ist Frau Dr. Eisenberg nunmehr neue Vorsitzende des Ortsverbandes der SPD in Finsterwalde. Die Finsterwalder Bürgerschaft hat sie bei der Kommunalwahl 2014 zum zweiten Mal nach 2008 nicht in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Seither hat die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung unter dem Dogma des „Nein zur Stadthalle“ jegliche konstruktive Mit- und Zusammenarbeit in der Stadtverordnetenversammlung eingestellt.
Liebe Finsterwalderinnen und Finsterwalder,
lassen Sie es nicht wieder zu, dass wie bei der Schließung der Gynäkologie oder beim Verkauf des Hauses der Freundschaft von außen über Finsterwalde - und was für die zukünftige Entwicklung von Finsterwalde gut sein soll – entschieden wird.
Gehen Sie am 13. November zur Wahl und sagen Sie JA zu Finsterwalde und JA zur Stadthalle!
Seit ich in meiner Heimatstadt Bürgermeister sein darf, habe ich gemeinsam mit den Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung zu allererst den Fokus auf soziale Projekte und in die weitere Gestaltung der barrierefreien Infrastruktur gelegt. Die Entgelte für die Nutzung der Finsterwalder Sportanlagen wurden wieder auf ein Maß reduziert, dass Finsterwalder Vereine weder im Umland trainieren müssen noch vor der Gefahr stehen, die bis 2010 geltenden Entgelte nicht finanzieren zu können und somit Angebote in der Kinder- und Jugendbetreuung einstellen müssen.
Die Kita Nehesdorf wurde komplett saniert, in der Grundschule Stadtmitte der Pausenhof gestaltet und der graue Sandplatz an der Doppelturnhalle zu einem modernen multifunktionalen Sportplatz hergerichtet. Die verwahrloste „Krause-Villa“ in der Innenstadt wurde saniert und zur Nutzung als Bibliothek und Stadtarchiv umgebaut sowie das Feuerwehrmuseum in der sich anschließenden Remise eingerichtet. Parallel wurde an vielen Straßen- und Gehwegsanierungen, aber auch an dem Projekt Stadthalle von meinen Kolleginnen und Kollegen gearbeitet. Ich kann Ihnen versichern, es werden keine Sozialleistungen eingestellt, wenn die Stadthalle in Betrieb gehen sollte. Die Stadthalle ist eine zukunftsgerichtete Vision, die Finsterwalde nur bereichern kann.  


Jugendstaatssekretär Thomas Drescher besuchte im Rahmen einer Informationsreise vor wenigen Wochen unsere Grundschule Stadtmitte. Er hat sich über die Bildungsarbeit an der Schule, insbesondere die Beschulung von Flüchtlingskindern, informiert. Sehr positiv überrascht war er vom Engagement der Schulleitung und des gesamten Schul- und Hortteams sowie dessen Netzwerkarbeit. Ich habe die Gelegenheit genutzt, auf den erhöhten Personal- und Ausstattungsbedarf hinzuweisen. Wenn wir erfolgreiche Integration betreiben wollen, ist die Schule der zentrale Ort dafür. Eine entsprechende personelle Ausstattung ist die Grundvoraussetzung.
Am 8. Oktober fand in der Oscar-Kjellberg-Oberschule die regionale Ausbildungsmesse zum wiederholten Mal in Finsterwalde statt. Ich habe mich über die rege Teilnahme sowohl der Aussteller als auch der Ausbildungssuchenden gefreut. Ist es doch ein spürbares Zeichen, dass sich die Lausitz als Wirtschaftsstandort etabliert. Das kommt den jungen Menschen zugute, die in ihrer Heimat bleiben möchten. Für sie werden Ausbildung und Arbeit in der Region immer attraktiver und zukunftsweisender.
Liebe Finsterwalderinnen und Finsterwalder,
der Herbst bringt wieder viel Kultur in die Stadt. Ich erinnere an die Marimbanacht am 6. November, an die Friedensdekade der evangelischen Kirchengemeinde oder an den Eröffnungsball des Finsterwalder Sängerkarnevals.
Besonders lege ich Ihnen natürlich ans Herz, am 13. November Ihre Möglichkeit zur Mitbestimmung und Mitgestaltung zu nutzen.



Herzlich Ihr
Bürgermeister Jörg Gampe

Bürgermeister

Jörg Gampe
Außenstelle Langer Damm 22
03238 Finsterwalde

Assistenz Frau Schilf  03531 783 101
E-Mail: assistenz-bgm@finsterwalde.de

Eine Stadthalle für Finsterwalde >>>

Schlossturm gegenwärtig gesperrt

Ein Aufstieg auf den Schlossturm im Finsterwalder Schloss ist gegenwärtig nicht möglich. Wegen eines beschädigten