Informationen Januar 2017

Liebe Finsterwalderinnen und Finsterwalder,

für mich ist es stets eine besondere Freude, wenn ich gemeinsam mit unserem Stadtverordnetenvorsitzenden alljährlich die Louis-Schiller-Medaille vergeben kann. Traditionell findet die Verleihung im Rahmen des Jahresabschlussempfanges statt. Mit Dieter Pätzold und Hans-Dieter Unkenstein sind zwei Finsterwalder geehrt worden, die sich mit ihrem Lebenswerk in besonderer Weise um das Leben in der Sängerstadt verdient gemacht haben. Dieter Pätzold ist für seinen außerordentlichen Einsatz im Radsport geehrt worden. Seit den 1980er Jahren trainiert Dieter Pätzold junge Radsportler und nimmt Verantwortung für deren sportliche Entwicklung wahr. Als Gründungsmitglied des Radsportvereins Finsterwalde hat er im Jahr 1990 das Fundament für eine erfolgreiche Vereinsentwicklung gelegt. Dank seines Wirkens ist der RSV Finsterwalde weit über die Grenzen der Stadt bekannt.

Lebenslang hat sich Hans-Dieter Unkenstein für die Einsatzbereitschaft und die Entwicklung der Wehr eingesetzt. Insbesondere schlägt sein Herz für die Feuerwehrhistorik. Mit Leidenschaft hat er den Aufbau des Feuerwehrmuseums betrieben. Sein Sachverstand und seine Ideen tragen zur positiven Entwicklung des Museums bei und verschaffen der Einrichtung einen hervorragenden Ruf, weit über die Grenzen der Region hinaus. 

Wir blicken auf ein Jubiläumsjahr zurück. Die Wohnungsgesellschaft und die Stadtwerke feierten in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Ich freue mich, dass beide Unternehmen so eine positive und stabile Entwicklung zeigen und nicht nur ihrem Versorgungsauftrag folgen, sondern mit zahlreichen Investitionen für eine gute Lebens- und Wohnqualität in Finsterwalde sorgen.

Neben den großen europa- und weltpolitischen Überraschungen, die wir in diesem Jahr erlebten, wird uns das Jahr 2016 wohl als ein Jahr in Erinnerung bleiben, in dem wir auf lokaler Ebene um ein großes Projekt gerungen haben. Nichts hat uns und die Bürger unserer Stadt in den vergangenen Wochen und Monaten mehr bewegt, als das Projekt Stadthalle, das uns auch in den Weihnachtsferien leider noch beschäftigte.

Was bleibt uns außerdem aus 2016 in Erinnerung? Finsterwalde zählt zu den Städten im Landkreis, die in der glücklichen Lage sind, einen ausgeglichen Haushalt zu besitzen. Das gibt uns Handlungsspielraum, die Möglichkeit zu investieren und freiwillige Leistungen anzubieten. Vieles konnte in 2016 angegangen und realisiert werden. Ich denke dabei natürlich zuerst an die Baumaßnahme Berliner Straße. Händler und Anlieger unserer wichtigen Einkaufsstraße haben eine Durststrecke hinter sich. Dafür möchte ich danke sagen. Heute sprechen alle von einem tollen Ergebnis. Die Straße sieht endlich wie eine Einkaufsstraße aus. Auch hier lag der Erfolg im Miteinander, nämlich in der Bürgerbeteiligung von Anfang an. Es war wieder eine Gemeinschaftsbaumaßnahme zwischen Entwässerungsbetrieb, der Stadt Finsterwalde und den Stadtwerken und zudem als Premiere im Zweischichtsystem. Ich bin allen Seiten dankbar, dass diese OP am offenen Herzen, wie ich die Baustelle immer scherzhaft nannte, mit so vielen positiven Wertungen abgeschlossen wurde. Hunderte „Baukontrolleure“ kamen jeden Tag, um den Baufortschritt in Augenschein zu nehmen. Die anfangs skeptische Facebook-Begleitung wurde zunehmend immer respektvoller gegenüber den Bauleuten. Ich bin daher für den zweiten Bauabschnitt sehr zuversichtlich.

Liebe Finsterwalderinnen und Finsterwalder,

eine Fülle an weiteren Projekten konnte in diesem Jahr umgesetzt werden. In diesem Jahr konnten wir für die Sängerstadt einen Augenarzt anwerben und andere Praxisnachfolgen, auch mithilfe unserer eigenen städtischen Förderrichtlinie für Ärzte, sichern. Wir haben erstmals zu einem Neugeborenen-Empfang eingeladen. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Aus dieser guten Erfahrung heraus haben wir einen regelmäßigen Eltern-Kind-Treff etabliert – mit großem Erfolg. Immer 14täglich treffen sich junge Mütter im White House zum gegenseitigen Austausch. Der Raum platzt mitunter fast aus den Nähten. Wir freuen uns sehr über das große Interesse an diesem Angebot.

Für die Erweiterung des Spielplatzes in der Bürgerheide haben wir eine Förderung bei der Sparkasse Elbe-Elster einwerben können. Bei der Entwicklung des neuen Spielplatzkonzeptes waren auch die Kinder der Grundschule Nehesdorf dabei. In einem Workshop mit dem Fachplanungsbüro im Mai dieses Jahres konnten die Viert-, Fünft- und Sechstklässler Ideen und Vorschläge für den Spielplatz einbringen. Sie hatten dabei ausgesprochen wertvolle Vorschläge und Hinweise geliefert. Sozusagen ein Beispiel für Bürgerbeteiligung von Klein an. Eine ganze Reihe Bauprojekte konnten angestoßen beziehungsweise realisiert werden, so zum Beispiel der erste Spatenstich für die Südliche Stadtkernentlastungsstraße, die Übergabe von beispielhaften Wohnobjekten in der Westfalenstraße und in der Großen Ringstraße durch die städtische Wohnungsgesellschaft, der erste Spatenstich für die lang ersehnte Umfahrung der B96, die Grundsteinlegung und das Richtfest am Speisesaal der Grundschule in Nehesdorf, die Fertigstellung des Standesamtes mit einem einzigartigen Trauzimmer im Schloss, der Dorfplatz im Pechhütte, die Sanierung der Dresdner Landstraße in Sorno, die Fertigstellung und Übergabe der Kirchhainer Straße und am Langen Damm. Außerdem der bereits genannte erste Bauabschnitt der Berliner Straße und die fast fertig gestellte Oscar-Kjellberg-Straße, die Schlosshofsanierung und Sauna im Fiwave. Und nicht zuletzt möchte ich die großen Investitionen im Finsterwalder Tierpark nenne: die Afrikasavanne, das Mangustenhaus, die Cafeteria, der Besucherrundweg und das neue Damwildgehege.

 

 

Zwischen all diesen Baumaßnahmen haben wir ein herausragendes Kammermusik Festival erlebt und ein tolles Sängerfest gefeiert. Es gab den Beach-Cup, den Herbstkracher und viele kleine und große Events im Sport- und Kulturbereich. Die ganze Vielfalt ist nicht im Detail zu benennen. Wir können uns glücklich schätzen, dass diese kommunalen Projekte eine Vielzahl privater Investitionen nach sich zieht. Wir haben es in den vergangenen Jahren im Osten der Innenstadt erleben können. Dort, wo Straßen saniert wurden, sind private Investoren nachgezogen. Nun freue ich mich ganz besonders, dass auch die Leipziger Straße belebt wird. Wir werden nach der Sanierung ein neues – schöneres -  Straßenbild erleben. Das sind Kennzeichen einer gesunden Stadtentwicklung. Und darauf können wir alle zu Recht stolz sein.

Wenn man sich die Zahlen anschaut, heißt das aber auch, der demografische Wandel macht auch vor Finsterwalde nicht Halt. Gegenwärtig zählen wir etwas mehr als 17.000 Einwohner. Es gibt mehr und mehr Zuzüge, auch die Geburten sind stabil und nehmen zu. Es gab einige Unternehmensneugründungen und der Leerstand von Ladengeschäften in der Innenstadt nimmt langsam ab. Die Übernachtungszahlen für Touristen zeigen ebenso eine positive Entwicklung. All das sind erreichte Ziele, auf denen man sich nicht ausruhen kann, aber sie zeigen eine positive Richtung an.

 

Liebe Finsterwalderinnen und Finsterwalder,

es war ein gelegentlich turbulentes Jahr, aber ich spüre, dass Finsterwalde lebendig und lebenswert bleibt, vor allem aber auch anziehend für junge Menschen. Das ist aus meiner Sicht das Wichtigste.

Welche Herausforderungen warten im nächsten Jahr auf uns?

Natürlich wollen wir alle angefangenen Projekte erfolgreich zu Ende bringen und neue, wenn möglich anstoßen. Wir wollen weiter um Rückkehrer und Investoren, Touristen und Zuzügler werben. Die Qualität der Bildungs- und Betreuungsangebote liegt mir persönlich besonders am Herzen. Im kommenden Haushalt 2017 sind auch dafür wieder viele Finanzmittel eingestellt. Eine der größten Herausforderung für jede Stadt und Gemeinde bleibt die finanzielle Ausstattung und Handlungsfähigkeit. Vor dem Hintergrund der geplanten Kreisgebietsreform müssen wir Kommunen uns gemeinsam stark machen und für die Zukunft wappnen. Mit der Bitte der Sonnewalder Abgeordneten, über einen Zusammenschluss beider Städte nachzudenken, eröffnete sich zunächst eine Aufgabe, die sorgfältiges Arbeiten verlangt, aber auch eine Chance, effiziente und verlässliche Strukturen zu schaffen. Sowohl die Abgeordneten auf beiden Seiten als auch ich persönlich betonen dabei: Wir diskutieren und verhandeln ergebnisoffen zu allen anstehenden Themen. Im Besonderen darf das schwierige Thema Abwasser nicht zu Lasten der Finsterwalder Bürgerinnen und Bürger gehen. Hier brauchen wir eine deutliche Unterstützung des Landes! Ich bin dennoch der festen Überzeugung, dass es richtig ist über den Tellerrand hinaus zu schauen und nicht im eigenen Kirchturmdenken zu verharren.

Und schließlich müssen wir die Umsetzung des Projektes Stadthalle weiter vorantreiben. Mit ihrer Ja-Stimme hat eine große Mehrheit der Finsterwalderinnen und Finsterwalde einen deutlichen Willen zum Ausdruck gebracht, genauso wie die Stadtverordneten bereits in ihrer Sitzung am 22. Oktober 2014.

Liebe Finsterwalderinnen und Finsterwalder,

wie Sie es gewohnt sind, will ich Sie ermuntern, Kunst und Kultur in der Sängerstadt zu genießen. Besuchen Sie die anstehenden Veranstaltungen. Ganz oben steht dabei natürlich der Finsterwalder Sängerkarneval, aber auch andere Anbieter sind wieder mit interessanten Veranstaltungen dabei.

Für das begonnene Jahr 2017 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute! Kommen Sie gut über den Winter und bleiben Sie Ihrer Heimat gewogen.

 

Herzlich Ihr Bürgermeister Jörg Gampe

 

 

Bürgermeister

Jörg Gampe
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03238 Finsterwalde

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E-Mail: assistenz-bgm@finsterwalde.de